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Freiwillige Feuerwehr

Die Feuerwehr hat in Gräningen eine lange und traditionsreiche Geschichte.

Bereits im Amtsblatt der Regierung in Potsdam von 1861 wird unter Personalien der Lehnschulze Barsickow aus Gräningen als Stellvertreter des Lösch-Kommisarius im Kreis Westhavelland 9. Bezirk  genannt.

Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. gründete vor ca. 300 Jahren eine Versicherung,                   weil ihm der Schutz der Gebäude und deren Bewohner sehr wichtig war.                                   Die Feuersozietät Berlin Brandenburg ist die zweitälteste Versicherung Deutschlands.

Noch heute kann man die alten Emaille Schilder an manch einem Haus vorfinden und gereichen dort heute nur noch zur Zierde.

Inzwischen sind sie aber auch zum begehrten Sammlerobjekt geworden.


Bei einem Großbrand in Gräningen 1887 brannten die Häuser des Lehrers MUSOW, der Bauern HEIDEPRIEM, Otto RETZDORF, Wwe. NATHEBUS, geb. SCHWANEBECK und die den Kossäten BOHM, DRÖMER, Christian RETZDORF und Johann SCHWANEBECK gemeinsam gehörenden Hofstelle ab.


Aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr, die mir freundlicherweise vom aktuellen Wehrführer, Frank Standke, zur Verfügung gestellt wurde. Dankeschön!

 

1. Gründung:

 

14 Februar 1912 - einstimmiger Beschluss der Gemeindevertretung zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr 

In diesen Beschluss war gleichzeitig enthalten:

  1. die Wehr auszurüsten 
  2. eine Feuerwehrspritze anzuschaffen
  3. in der Mitte des Dorfes einen Löschbrunnen zu errichten
  4. die Kameraden bei der Unfallkasse der Feuersozietät zu versichern

Die Sozietät kam der Wehr entgegen und verpflichtete sich 1/3 der Anschaffungskosten für die Spritze sowie auch für die Uniformierung zu tragen.

Die Feuerwehrspritze kostete damals 1785 Mark, die Uniformierung der ersten 15 Mitglieder erforderte einen Betrag von 316,70 Mark.

 

4 März 1912 - Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Gräningen 

Die Uniformierung wurde sofort am Gründungstag in Angriff genommen.

Zu den ersten freiwilligen Bürgern, die der Wehr beitraten, gehörten:

August Fritze                Otto Trägenapp           Karl Ludwig                  Gustav Storbeck          

Wilhelm Schnarke       W. Hass (Lehrer)          Wilhelm Retzdorf         Julijus Ludwig  

Friedrich Steinke         Wilhelm Lummert        Willi Berg (Gastwirt)    Fritz Rode 

Alfred Lindemann       Erich Gutschmidt         Arnold Lehnhard.

Aus Ihrer Mitte wurde der erste Wehrführer unseres Dorfes, der Bauer Wilhelm Retzdorf gewählt. 

Eventuell kann sich manch einer beim Betrachten des Bildes mit einem Lächeln an die Männer erinnern?

 Foto: Archiv der FF Gräningen - Freiwillige Feuerwehr 1914

Als erster Großeinsatz gilt der 13. Oktober 1912.

Es brannte in Gräningen bei Gutsbesitzer STAHL. Beim Eintreffen der Wehr hatte das Feuer eine solche Dimension angenommen, dass nichts mehr zu retten war. Die Wehr konnte nur noch das Ablöschen des Brandes durchführen. Sämtliche Gebäude mit Inhalt von Getreide bis Heu, außer dem Wohnhaus wurden vernichtet.

2. Wehrführung und Einsätze

1920 – 1945 - Willi Berg übernimmt die Aufgabe des Wehrführers

In dieser Zeit sind folgende Ereignisse nachgewiesen:

- 1928 (im Winter) ein Scheunenbrand auf dem Gehöft Schwanebeck

- 1931 war es die Scheune des Bauern Gutschmidt

- 1932 gab es einen Torfbrand im Luch

- 1935 brannte im Kotzenland eine Feldscheune des Bauern Schnarcke


1945 - 1950 - Übernahme der Wehrführung durch den Kameraden Fritz Mahnke.

 Historisch nachgewiesen sind:

- 1946 der Stall-Brand auf dem Gehöft von Bauer Käthe

- 1950 (Oktober) brannte der Stall auf dem Gehöft Krug

 

1950 - 1957 - Ernennung des Kameraden Erwin Sabottka zum Wehrleiter.

 Zu seinen größten Einsatz zählte im Oktober 1957 der Brand einer Scheune des Bauern Kretschmann.

 Foto: Archiv der FF Gräningen - Freiwillige Feuerwehr 1957

 

1957 – 1971 - Kamerad Wilfried Heinrich erklärte sich bereit die Wehrführung zu übernehmen, nachdem Erwin Sabottka seine Funktion als Wehrleiter aufgab.

 Große nachgewiesene Einsätze waren:

- 1962 (Juni) als Stall und Scheune von Fam. Dietrich durch Blitzeinschlag in Brand gerieten

 - 1970 (September) musste die Strohmiete der LPG gelöscht werden.

 

1971 – 2003 - Von da an führte Kamerad Jürgen Brüggemann über einen Zeitraum von 32 Jahren unsere Wehr.

 In diesen Jahren ereigneten sich viele kleine und große Einsätze:

- 1983 brannte das Schloss in Nennhausen. Zu dem größten Einsatz unserer Wehr gehörte wohl der Brand-Einsatz auf unseren “Großen Berg“ an den sich heute wohl noch jeder erinnern kann.

- 1995 (1.August) brannte 10 Tage lang über- und unterirdisch der Wald bis zu unserer Dorfgrenze. Im Einsatz war das gesamte Amt Nennhausen und unterstützt wurden wir aus der Luft von Löschflugzeuge und Hubschraubern die das Wasser aus unseren Torfloch holten.

- Erwähnt werden muss auch der Waldbrand zwischen Spolierenberg und Rathenow, wo so mancher Kamerad nicht dachte, dass er dort wieder lebend herauskommt.

 

2003 – 2006 - übernahm dann mit Annerose Laacke die erste Frau die Wehrleitung und es waren bereits 21 aktive Kameraden in unserer Wehr.

 

Ab 2006 - übernahm dann der Kamerad Frank Standke die Wehrführung, die er bis zum heutigen Tage noch ausübt.

 Seine größeren Einsätze waren: 

- April 2007 der Waldbrand zwischen Gräningen und Bamme, 

- das Schützen und Beseitigen während und nach den Sturmtiefs Kyrill (2007) und Xavier (2017),

- die Häuserbrände in Buschow und Mützlitz, 

- sowie die zunehmenden TH-Einsätze, auf Straßen, Bahn und in den Orten.

 

3. Technik:

Aber nicht nur die Menschen haben sich über 100 Jahre geändert und weiterentwickelt, sondern auch die Technik ist vorangeschritten.

War es vor 100 Jahren noch eine Menschenkette mit Eimern die gegen den roten Hahn kämpften, so sind es heute meist moderne Löschfahrzeuge mit viel Technik und sehr gut ausgebildete Kameraden. 

Unsere Wehr fing damals genauso an, bekam dann 1913 die erste Feuerwehrspritze. Mit Pferd und Wagen wurde dann zum Einsatzort vorgerückt. 

Später, nach dem 1. Weltkrieg, wurden die Pferde durch Traktoren und die Handpumpen durch Motorpumpen ersetzt. 

1991 - bekamen wir unser erstes Löschfahrzeug, einen Robur LKW vom Typ LO der auf dem Flughafen ausgemustert wurde. Die Schaumtanks wurden abgebaut und eine Pritsche mit Plane aufgebaut. 

Durch die unzulässige Absicherung der Kameraden auf der hinteren Pritsche wurde der LO später wieder ausgemustert.

2008 - am 25.Juli erhielten wir dann ein Löschfahrzeug LF16 auf einem W50 LKW-Aufbau, der zu dem Zeitpunkt schon 30 Jahre alt war.

Einen Monat später bekamen wir vom Amt eine neue Tragkaftspritze, eine TS 10/10 von Magirus.                          Der W50 ging endlich in Rente. 

Foto: Archiv der FF Gräningen

2014 – am 1. Juni bekamen wir ein nagelneues Tragkraftspritzenfahrzeug von der Firma Brandschutztechnik Görlitz auf einen Opel-Movana-Aufbau. 

Gleichzeitig wurde auf diesem Fahrzeug ein neuer Hochdrucklüfter verlastet.

 

4. Gerätehaus

Mitten im Dorf stand schon immer das Gerätehaus, dem der alte Charme von damals noch anhaftet. Das dicke gewölbte rote Tor und der schicke Schlauchturm waren und sind seine markanten Zeichen. 

1986 - am 8. Oktober wurde ein Anbau am Gerätehaus beschlossen.

Er dient für Versammlungen und Schulungen sowie der Trocken- und Warmhaltung der Einsatzbekleidung. 

Mit den Jahren wurden die Fahrzeuge immer größer, aber unsere Fahrzeughalle nicht. Den LO und den W50 mussten wir daher in einer Scheune Bei Willy Käthe parken. 

Mit unserem neuen Fahrzeug bauten wir die Fahrzeughalle aus ohne den alten Scharm zu verändern. Seitdem steht das Einsatzfahrzeug auch im Gerätehaus.

 

5. Feuerwehrnachwuchs

1989 war der Startpunkt zur Gründung „Junger Brandschutzhelfer“ hier in Gräningen. 

Die Kameradin Annerose Laacke brachte damals 14 Kindern die Brandschutzerziehung näher. 

Foto: Archiv der FF Gräningen - Jugendfeuerwehr beim Üben mit dem Feuerlöscher

2008 - ab April übernahm der Kamerad Andre Slaby die Aufgabe des Jugendwartes.  

 Foto: Archiv der FF Gräningen

Stand heute leitet Tanja Standke unsere Jugendfeuerwehr mit aktuell 7 Jungen und Mädchen.

 Foto: Archiv der FF Gräningen

Ergänzende Informationen und Fotostrecken zur Freiwilligen Feuerwehr Gräningen findet Ihr unter:

www.amt-nennhausen.de