Berge
Die letzte Eiszeit hat von 24.000 bis 22.000 vor Christus mit der maximalen Ausdehnung der Weichsel-Kaltzeit (Brandenburger Phase) reichlich Geschiebemergel, Kies, Sand und Lehm aufgehäuft.
Eine der möglichen Namensdeutungen für Gräningen in alter Schreibweise <Grenynghe> könnte auch von Gren = Sand kommen.
Davon hat Gräningen und Umgebung reichlich abbekommen und somit im Havelland die höchsten Berge zu verzeichnen.
Höher sind in der Umgebung von Rathenow nur noch der Gollenberg (110m) bei Stölln und die Rollberge (87m).
All diese Berge (Hügel) befinden sich in der sogenannten Kategorie 4, also im Ermessen des Betrachters, Wanderers, der sich diese paar Höhenmeter antun will.
Die Kategorie 3 wäre dann ab einer Höhe von 150 - 200m festzumachen, aber dazu hat es dann doch nicht gereicht.
1. Großer Berg (81,8 m)
Er liegt südwestlich von Gräningen und zu Fuß in gut 15-20 min zu erreichen. Bis in DDR Zeiten befand sich auf seinem Gipfel ein großer trigonometrischer Punkt, von dem inzwischen nur noch Reste der hölzernen Eckpfeiler zu erahnen sind. Man muß die Stelle schon sehr genau kennen.

Wenn man es dann gefunden hat, weisen auch ein Hinweisschild und ein Stein auf diesen Vermessungspunkt hin.
2. Lütge Berg (60,1 m)
Dieser "kleine Bruder" befindet sich westlich von Gräningen in Richtung Bamme und es ist ihm, von der Straßenzufahrt her, eine Kiesgrube vorgelagert.

Der Abbau von Kies ist vorläufig beendet, aber beide Berge sind vom Land Brandenburg in einer Liste der Rohstoffreserven verzeichnet.

3. Galgenberg (42 m)
Er befindet sich nordöstlich von Gräningen in Richtung Nennhausen, am Ostufer des Gräninger Sees und bildet den Eingang zum Naturschutzgebiet.

Leider nehmen es einige Zeitgenossen nicht so genau mit dem Naturschutz, so dass einige entlegende Ecken der illegalen Müllentsorgung gedient haben. Die Bilder will ich Euch ersparen.

4. Mühlenberg (37,9 m)
Wenn man aus Richtung Rathenow über den Ort Bamme nach Gräningen kommt, ist linkerhand hinter dem Ortseingangsschild dieser kleine Berg versteckt.
Seinen Namen hat er von der einstigen Getreidemühle.
Hier im Messtischblatt noch direkt über der Sandgrube (Sgr.) eingezeichnet
.

Über diese Mühle ist, im Gegensatz zu der Bockwindmühle in Bamme, nichts bekannt und in der Literatur wird sie im Jahre 1860 unter den 61 Wirtschaftsgebäuden genannt.
Überdauert hatte lange Zeit die Bäckerei Schnarcke, die auf dem Weg vom Ort zur Mühle lag.
Weit vorher gab es in Gräningen bereits im Jahre 1816 eine Grützmühle, die durch den Kossäten Dobbertin betrieben wurde.
Der Mühlenberg hatte dem Standort der Mühle eine Sandgrube vorgelagert, deren Sandvorkommen lange Zeit abgetragen wurden.
Später wurde diese nicht mehr genutzte Grube illegal mit Müll verfüllt und heute erinnert nur noch eine Umzäunung an diese ehemaligen Verwendungszwecke.

5. Eierberg (im Volksmund)
Dieser kleine Berg (Sandhang) ist ebenfalls in keiner Karte mit Höhenangaben verzeichnet, wohl aber zu erkennen, wenn man weiß, wo er sich befindet und auch bei Google Maps unschwer in einem kleinen Waldstück aufzufinden. Er gehört laut Flurkarte zu einer ganz kleinen Hügelkette, den Kellerbergen.

Den Namen hat er unzweifelhaft auch nur dem Osterfest zu verdanken. Hier wird über die Osterfeiertage von einigen Gräningern wohl immer noch noch der Brauch des Eiertrudelns zelebriert.
Eltern und Kinder treffen sich mit meist hartgekochten Eiern und es werden am Sandhang Bahnen gegraben, die sich unterwegs kreuzen. Wenn dann die Eier in den Bahnen oder den Kreuzungen aufeinandertreffen, platzt meistens mindestens ein Ei auf. Der Sieger, mit dem unbeschädigten Ei, darf dieses aufgeplatzte Ei dann direkt pellen und aufessen oder als Trophäe mit nach Hause nehmen.
So ist mir dieser Brauch bekannt, es mag regional und von Familie zu Familie abweichende Spielregeln geben.

